Fälle der Grammatik sogar im Springen lernen

  • Drei Stunden Sport am Tag?

    Um das Ziel zu erreichen, muss Bewegung auch in den normalen Klassenunterricht kommen.

  • An die Fälle und Wortklassen des Finnischen kann man sich während des springen erinnern, und eine Pause vom Sitzen findet man an der Sprossenwand.

Silja Aitoaho, Milla Sallinen

Inessiiv, Elatiiv, Illatiiv, Adessiiv… (fin. Grammatik Fälle) Sechstklässlerin Erika Knuuti sagt zur gleichen Zeit die Fälle in der Finnischstunde auf, als die Jungs sich beeilen die Stufen zu zählen. Laut Lehrerin Maria Karppinen konzentrieren sich die Kinder besser, wenn man das Sitzen unterbricht. BILD Jussi Leinonen

 

 

Muttersprache/Finnisch Unterricht in der sechsten Klasse. Lehrerin Maria Karppinen nickt der fragenden Julianne Siepille zu, dass sie ihre Sache erzählen kann.

– Überraschungshocke, ruft Julianne, und die Klasse hüpft hoch, geht in die Hocke und setzt sich wieder hin.

Die Klasse 6 D der Nivavaara Schule in Rovaniemi hat das Recht einmal in der Stunde auf eine Überraschungshocke. Diesesmal hat man sofort zu Anfang der Stunde die Hocke in Angriff genommen.

Zurück zum Lernen der Fälle. An der Tafel sind 12 Aufgaben, die Lehrerin schickt die Schüler auf Reise.

Die Mädchen springen auf dem Gang im Hüpfkasten und sagen gleichzeitig Lokalkusus auf. Die Jungen laufen, um zu klären, viele Treppen es in der Schule von unten bis nach oben gibt. Beim Beantworten sagen sie, welche Wortklasse sie gerade gelöst haben.

– Zahlwörter, die wissen die Jungs.

 

 

 

Wie gelingt die Eichhörnchenhocke an der Sprossenwand, die an der hintern Wand der Klasse befestigt ist? Der Sechstklässler Nico Väisänen zeigt es mitten in der Geschichtsstunden. Die Eichhörnchenhocke ist eine von den Schülern erfundene Bewegung, die man mit der Sprossenwand versuchen kann. Rasmus Hämeenaho schaut von der Seite zu, wie es klappt. BILD Jarmo Kontiainen

 

 

ZUR GLEICHEN ZEIT in Oulu in der Klasse 6 A der Hinta Schule lernt man Geschichte. Lehrer Lasse Vallo zeigt Bilder mittelalterlicher Städte.

Danach müssen die Schüler Behauptungen zu den Bildern mit Ja oder Nein beantworten – in Körpersprache. Wenn man mit Ja antwortet, muss man aufstehen und beide Hände hochheben. Wenn man mit Nein antwortet, muss man in die Hocke gehen.

Mitten in der Stunde geht Rasmus Hämeenaho an die Sprossenwand, die Hinten im Klassenzimmer an der Wand befestigt ist, um zu probieren, ob Liegestützen funktionieren.

– Mal sehen, schätzt er ein.

Es geht gut. Es gelingen auch die Sit-ups. Dann ist Nico Väisänen an der Reihe.

Die Sprossenwand hat die Klasse vor zwei Wochen als Schenkung erhalten. Sie war im vollen Einsatz. Das Prinzip besteht darin, dass jeder die Möglichkeit bekommt, gemeinsam die erstellten Bewegungen, gleichzeitig mit den Aufgaben durchzuführen. Eine Folge an der Sprossenwand dauert eine halbe Minute.

 

 

 

 

DIE SCHULEN VON HINTA und Nivavaara sind nur einige Beispiele der Hunderte unserer Schulen im Land, die sich bewusst entschlossen haben das Sitzen im Unterricht zu reduzieren. Die Ziele sind ganz frisch, wie im Lehrplan als auch im Regierungsplan. Eine Stunde Bewegung sollte zusätzlich in den täglichen Schultag dazugefügt werden.

Denn zum Beispiel für die kleineren Grundschüler ist die Empfehlung pro Tag, 3 Stunden körperliche Betätigung, doch so eine Menge ist nicht in den Pausen umzusetzen, weder mit den Freizeitaktivitäten nach der Schule. In den Schulen gibt es nur noch 1 bis 3 normale Sportstunden.

– Sportliche Betätigung müssen wir auch in den normalen Unterricht bekommen, stellt Lasse Vallo fest.

Allerdings ist das Engagement der Lehrer erforderlich, denn sicherlich wäre es einfach die Schulstunden nach altem System durchzuziehen, am Schultisch sitzend.

– Natürlich erfordert es von den Lehrern Kreativität. Man muss sich anpassen und Pausen machen, findet Klassenlehrerin Maria Karppinen.

Und Kreativität wurde wirklich benutzt, wenn man die verschiedenen Zwischenergebnisse im Programm der ”Die Bewegte Schule” nachliest. Es gibt Klassen, in den es gar keine Tische mehr gibt, und Klassen, in denen die Stühle durch Gymnastikbälle ersetzt wurden. Es wurden auch ”Des armen Mannes Stromtische” gemacht, d.h. zwischendurch mal den Stuhl auf den Tisch gestellt und stehend weiter gearbeitet.

In einer Schule wurde mit den Schülern vereinbart, dass im Musikunterricht keiner sitzt, ausser diejenigen, die Trommel und Klavier spielen.

Möglichkeiten gibt es genug, um mehr Bewegung zu organisieren. Lehrer teilen begeistert Tipps, durch das Programm ”die Bewegte Schule”, was gelingt und was auf keinen Fall getestet werden sollte, erklärt Karppinen.

ZWEIFLER finden, dass aktive Stunden Unruhe in die Klasse bringen. Die Erfahrungen von Maria Karppinen sind genau umgekehrt.

– Die Konzentration hat sich sogar verbessert, wenn die Kinder zwischendurch aufstehen können.

LM-HÄSA

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