Ein Prise Kardamom und ein Hauch Zimt

  • In der Küche des Palander Hauses weist der Duft von Gewürzen auf Weihnachten. Im Saal ist auch schon der Weihnachtsbaum!

In Form des ”hannunvaakuna” (geschlungenes Quadrat) geschwungene Weihnachtskringel bringen Grüsse von Tausenden vor Jahren. Niina Ketonen erinnert, die durch das Palander Haus führt, im Zelebrieren des finnischen Weihnachtsfestes sind viele verschiedene Traditionen, die sich schon seit dem Heidentum zusammensetzen. BILDER: Juhani Salo

 

Anna-Mari Henriksson-Helmikkala

Hämeenlinna

 

Das Backbrett ist vor das Fenster auf den Küchentisch gehoben. Im Mörser sind die Gewürze gemahlen und die Plätzchenformen warten auf den Teig. Joulupulla (weihnachtl. finn. Hefegebäck) ist auch schon gebacken und die Kupferkannen poliert.

Im Palender Hausmuseum erlebt man eine Vorweihnachtszeit von vor ungefähr 100 Jahren. Hinter dem scheinbar gemächlichen Moment der Jahrhundertwende der 1800er und 1900er war eigentlich ein ganz schönes Treiben, denn damals hat eine Familie der Oberschicht mit Bediensteten hier gewohnt.

Weihnachtsbäckerei begann man meist zum Anna – Namenstag am 09. Dezember.

– Das Backen wurde so eingeteilt, dass an einem Tag eine Sorte gebacken wurde, und am anderen Tag eine weitere, erklärt die Dame, die durch das Palender Haus führt, Museumshilfe Niina Ketonen.

 

Vanille, Kardamom, Zimt, Sternanis und Ingwer bringen Weihnachtsdüfte in die Küche.

WEIHNACHTSDÜFTE in die Küche des Palender Hauses bringen zusätzlich zu Kardamom und Zimt, Sternanis, Vanillestangen und getrockneter Ingwer.

– Weihnachtspulla wurde mit gelben Safran gewürzt und gefärbt, präsentiert Niina Ketonen.

Pfeffer- (Leb-) kuchenplätzchen hat man schon vor Jahrhunderten gebacken, aber damals erinnerten sie mehr an Kuchen als an Plätzchen. Die Kuchen haben ihren Namen dadurch erhalten, dass sie mit Gewürz- oder Schwarzen pfeffer gewürzt wurden. Der alte Name blieb, auch wenn die Form und die Rezepte des Gebäcks sich änderten.

In die Form des ”Hannunvaakuna” (St. Johns Arms, Symbol eines geschlungenen Quadrates – Glückssymbol) geformte kleine Kringel, bringen wiederum Grüsse von Tausenden vor Jahren.

– Weihnachten ist aus vielen verschiedenen Traditionen schon seit dem Heidentum aufgebaut, erinnert Niina Ketonen.

 

IN DER ALTEN ZEIT wurden die Weihnachtsvorbereitungen bereits zeitig im Herbst begonnen, als Wurzelgemüse und Äpfel für den Winter eingelagert wurden. Die Herbstschlachtung sicherte Schinken und Wurst. Fleisch wurde im Eiskeller in Salzwasser eingelegt und Winteräpfel reiften in der kalten Speisekammer nach.

Aufläufe und ”Lipeäkala” (gelaugter Stockfisch – Lutefisk) gehören auf den Weihnachtstisch. Der Fisch konnte norwegischer getrockneter Kabeljau oder heimischer Fisch aus dem See sein. Das einlegen des ”Lipeäkala” ist zeitaufwendig und erfordert eine Lauge aus Birkenasche.

– Der ”Lipeäkala” musste durchscheinend weiss sein und der Dame des Hauses war die Aufsicht der Herstellung wichtig, verdeutlicht Niina Ketonen.

 

DEZEMBER BEDEUTETE für die Hausherrin und dem Servicepersonal die jährliche Reinigung des Heims. Möbel und Stoffe wurden gewaschen oder entstaubt, Abstellräume aufgeräumt und die Kupfertöpfe poliert. Die Kerzenbestände wurden aufgefüllt und die Lampen gereinigt.

Die Küche konnte anstatt für die eigenen Leute des Hauses, das Reich eines engagierten Mietkochs für die Feiertage sein.

– Zu Weihnachten war es durchaus möglich, dass überdies noch weitere Dienstmädchen eingestellt wurden, fügt Niina Ketonen hinzu.

Das Team des Dienstpersonals wurde vor allem dann verstärkt, wenn viele Gäste eingeladen wurden. Zum Weihnachtsfest konnten neben Verwandten z. B. auch familienlose Bekannte oder Arbeitskollegen sich einfinden.

 

Auf das ”marsalkannauha” (Spruchband) ist ein Text des Weihnachtsevangeliums geschrieben.

IM PALANDER SAAL erwartet marsalkannauhadie Gäste ein mit (Spruchband) und Süssigkeiten dekorierter Weihnachtsbaum. Auf der Spitze des Baumes scheint ein Engel, der neben dem Stern eine häufige Baumkronendekoration war.

Heiligabend und den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachte man in der Zeit der Palenders, mit Familie und Gästen, in der Atmosphäre der städtischen Holzhäuser. Der zweite Weihnachtsfeiertag hat dann wiederum die Stadtbewohner auf eine Schlittenfahrt in die ländliche Umgebung eingeladen.

HÄSA

 

 

WEIHNACHTEN DES PALANDER HAUSES

Geöffnet bis zum 08.01.2017, SA – SO von 12 Uhr bis 16 Uhr. Heiligabend, Erster Weihnachtsfeiertag und Neujahrstag geschlossen. Geöffnet am Zweiten Weihnachtsfeiertag, Mo. den 26.12. und Heilige Drei Könige, Fr. den 06.01.

 

Christrosen und Hyazinthen sind traditionelle Weihnachtsblumen.

 

 

Siegelwachs vervollständigt die Geschenkverpackung.                                                                                                                            

Eigen handgefertigte Erinnerungsgeschenke bekam die Familie der Oberschicht im 1800er, wie auch gekaufte Geschenke. Das Päckchen konnte sogar eine kleine Reisenähmaschine offenbaren.

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